Wenn Männer kaum enge Freunde haben: Was das für Partnerinnen bedeutet
Stand: 21.10.2026
Viele Männer haben weniger enge Freundschaften als Frauen und sprechen über Gefühle oft nur mit ihrer Partnerin. Die zusätzliche Beziehungsarbeit, die Frauen dadurch übernehmen, nennt die Forschung „Mankeeping“: zuhören, Kontakte pflegen, das soziale Leben des Partners mitorganisieren.
Ein Forschungsteam hat dafür nun erstmals einen Fragebogen entwickelt und bei fast 800 Frauen in Partnerschaften in den USA und Großbritannien geprüft. Frauen, die viel von dieser Arbeit leisteten und sie als einseitig oder wenig gewürdigt erlebten, berichteten im Durchschnitt mehr Stress, Niedergeschlagenheit und Ängste und waren mit ihrer Beziehung weniger zufrieden. Ein kleiner Freundeskreis des Partners für sich allein hing dagegen kaum mit ihrer Belastung zusammen.
Die Ergebnisse zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. Sie laden aber dazu ein, genauer hinzuschauen: Wer sich erschöpft fühlt, kann sich fragen, wie viel emotionale Verantwortung er oder sie für einen anderen Menschen trägt. Und für Männer können eigene, vertraute Freundschaften eine wichtige Stütze sein, auch für die Partnerschaft.
Quellen
- Quelle: Jan Gysi, Newsletter „updates Psychotraumatologie“, 14.09.2026
- Originalstudie: Mancini, V. O., Guerrini, B. N., Clarke, J. J., Vergara, D. P., Seidler, Z. E. & Ferrara, A. P. (2026). Measuring mankeeping: Development and validation of a scale assessing how women experience the impact of men's declining social networks. Sex Roles, 92, Article 32.
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