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Scham nach sexualisierter Gewalt kann einsam machen

Stand: 21.10.2026

Nach sexualisierter Gewalt belasten viele Betroffene nicht nur Erinnerungen und innere Anspannung, sondern auch tiefe Scham. Eine Studie mit über 3.400 arabischsprachigen Frauen, die online Unterstützung suchten, ist der Frage nachgegangen, wie Traumafolgen, Scham, Schuldgefühle und der Rückhalt durch andere Menschen zusammenhängen.

Frauen mit stärkeren Beschwerden einer posttraumatischen Belastungsstörung erlebten weniger Unterstützung aus ihrem Umfeld. Ein Teil dieses Zusammenhangs ließ sich durch Scham erklären: Wer sich zutiefst schämt, rechnet eher mit Ablehnung oder Vorwürfen und zieht sich zurück. Scham meint dabei das Gefühl, als ganzer Mensch nicht in Ordnung zu sein, Schuld bezieht sich eher auf eine bestimmte Handlung.

Der gemessene Effekt war klein, auch Lebensumstände, Migration und kulturelle Erwartungen spielen eine Rolle. Weil alle Angaben zu einem einzigen Zeitpunkt erhoben wurden, bleibt offen, was Ursache und was Folge ist.

Für die Therapie heißt das: Scham verdient Aufmerksamkeit, behutsam und ohne Wertung. Es kann hilfreich sein, gemeinsam anzuschauen, welche Reaktionen man von anderen befürchtet und welche Beziehungen sich sicher anfühlen.

Quellen

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