Vater werden: Wenn die eigene Kindheit wieder wichtig wird
Stand: 21.10.2026
Die Geburt des ersten Kindes verändert vieles: neue Rollen, wenig Schlaf, eine veränderte Partnerschaft. In dieser Zeit können auch Erfahrungen aus der eigenen Kindheit wieder spürbarer werden. Untersucht wurde das bisher vor allem bei Müttern. Eine australische Langzeitstudie hat nun 718 Männer im ersten Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes befragt.
Etwa sechs von zehn Vätern berichteten mindestens eine belastende Erfahrung in ihrer Kindheit, ungefähr jeder fünfte vier oder mehr. Je mehr solcher Erfahrungen, desto häufiger zeigten sich depressive Beschwerden und Ängste und desto geringer war das Wohlbefinden. Besonders deutlich war das nach sexualisierter Gewalt, nach abwertenden Worten in der Kindheit und bei dem Gefühl, als Kind nicht geliebt worden zu sein.
Die Studie zeigt Zusammenhänge, keine Ursachen, und die Kindheitserfahrungen wurden im Rückblick erfragt. Sie spricht aber dafür, auch bei Vätern nach der eigenen Geschichte zu fragen, wenn es ihnen rund um die Geburt psychisch nicht gut geht. Wer sich in dieser Lebensphase belastet fühlt, muss damit nicht allein bleiben.
Quellen
- Quelle: Jan Gysi, Newsletter „updates Psychotraumatologie“, 28.09.2026
- Originalstudie: Mazidi, M., Macdonald, J. A., Wynter, K., Chhabra, J., Seidler, Z., Zubrick, S. R., Vuong, V., Kabatek, J., Wilson, M. J., Mitrou, F. & Mancini, V. O. (2026). Adverse childhood experiences and paternal mental health during the transition to fatherhood: Findings from a cohort study of Australian men. Child Abuse & Neglect, 181, 108312.
TraumaCouch